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Wahlprüfsteine zur Berliner Abgeordnetenhauswahl 2026 – Prävention und Gesundheitsförderung unter der Lupe

Für ein Berlin der gerechten Gesundheitschancen: Gesundheit Berlin-Brandenburg rückt Prävention und Gesundheitsförderung in den Fokus der Berlinwahl.

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Die ausführlichen Wahlprüfsteine, Fragen und Antworten der Parteien finden Sie hier.

Prävention und Gesundheitsförderung sind ein Schlüssel für ein Berlin mit gerechten Gesundheitschancen. Sie entlasten Menschen, Einrichtungen und das Gesundheitssystem. Es besteht ein breiter fachlicher Konsens, dass Investitionen in Prävention und Gesundheitsförderung Vertrauen in staatliches Handeln stärken und langfristig Belastungen sowie Ausgaben im Sozial- und Gesundheitsbereich verringern können.

Mit Blick auf die Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus am 20. September 2026 macht sich Gesundheit Berlin-Brandenburg e. V. für eine ressortübergreifende Gesundheitspolitik stark, die soziale Einflussfaktoren von Gesundheit in den Blick nimmt. Auf Grundlage der langjährigen fachlichen Arbeit des Vereins sowie seiner Kooperationen mit Akteur*innen aus Praxis, Wissenschaft, Verwaltung und Zivilgesellschaft formuliert Gesundheit Berlin-Brandenburg folgende Schwerpunktempfehlungen für die Berliner Landespolitik:

  • Health in All Policies verbindlich verankern

Initiativen der interdisziplinären Zusammenarbeit, wie die Ressortübergreifende Gemeinschaftsinitiative (GI), ausbauen und weiterentwickeln. Gesundheitliche Belange und Ziele der Gesundheitsförderung sollten in allen Politikfeldern, Fachplanungen und Förderprogrammen stärker berücksichtigt werden. Ein systematisches Zusammenwirken von Gesundheit, Klima, Mobilität, Soziales und Stadtentwicklung ist dafür ein wichtiger Ansatz.

  • Gesunde Städte-Netzwerk strategisch stärken

Berlins Mitgliedschaft im Gesunde Städte-Netzwerk (GSN) als Brücke zwischen Senat, Bezirken und Zivilgesellschaft nutzen. Eine Mitgliederversammlung 2029 kann als Anlass für Sichtbarkeit und fachlichen Austausch dienen.

  • Gesundheitsdienstgesetz (GDG) weiterentwickeln

Das Berliner Gesundheitsdienstgesetz gemeinsam mit dem Öffentlichen Gesundheitsdienst weiterentwickeln, um Prävention, Gesundheitsförderung und den Abbau gesundheitlicher Ungleichheit strukturell zu stärken. Die mit Bundesmitteln aufgebauten Strukturen des Öffentlichen Gesundheitsdienstes sollten langfristig abgesichert werden.

  • Berliner Gesundheitsziele haushaltswirksam machen

Die Gesundheitsziele der Landesgesundheitskonferenz als gemeinsamen Orientierungsrahmen in Landesprogrammen, Fachplanungen und Haushaltsentscheidungen stärker berücksichtigen.

  • Bezirkliche Gesundheitsziele verbindlich fördern

Alle Bezirke bei der Entwicklung eigener, an den Landesgesundheitszielen ausgerichteter Ziele unterstützen und dafür verlässliche Vereinbarungen schaffen. Programme wie das Aktionsprogramm Gesundheit, die diesen Prozess unterstützen, langfristig absichern.

  • Gesundheitsfolgenabschätzung einführen

Für große Stadtentwicklungs- und Infrastrukturvorhaben Gesundheitsfolgenabschätzungen als festen Bestandteil der Planung verbindlich berücksichtigen. Dabei gesundheitliche Auswirkungen von Lärm, Hitze, Luftqualität und quartiersbezogenen sozialen Faktoren frühzeitig in den Blick nehmen.

  • Diskriminierungsfreie Gesundheitsversorgung gewährleisten

Unabhängige Beschwerde- und Beratungsstrukturen, Sprachmittlung sowie barrierefreie Angebote bedarfsgerecht und langfristig finanzieren. Antidiskriminierung und Diversity-Kompetenz in Aus-, Fort- und Weiterbildungen der Gesundheitsberufe weiter fördern.

  • Kinderarmut ressortübergreifend bekämpfen

Die 15 Ziele der Berliner Strategie gegen Kinderarmut konsequent als verbindliche Grundlage für die Umsetzung auf Landes- und Bezirksebene nutzen. Klare Zuständigkeiten und abgestimmte Beiträge schaffen die Voraussetzung für eine wirksame Umsetzung. Zugänge zu Kita, Bildung, Teilhabe und Gesundheitsangeboten gezielt verbessern.

  • Gesundheitskompetenz landesweit ausbauen

Es bietet sich an, die Schwerpunkte der Landesgesundheitskonferenz zur Gesundheitskompetenz als Grundlage für die Entwicklung einer landesweiten Strategie zu nutzen. Indikatoren zur Gesundheitskompetenz sollten in die Gesundheitsberichterstattung aufgenommen und Gesundheitskompetenz zugleich als Aufgabe von Organisationen und Strukturen verstanden werden.

  • Integrierte Gesundheitszentren dauerhaft sichern

Die in Berlin erprobten Modelle Integrierter Gesundheitszentren langfristig absichern und auf Grundlage ihrer Erfahrungen bedarfsgerecht weiterentwickeln, auch vor dem Hintergrund der bundespolitischen Diskussionen zur Weiterentwicklung der Primärversorgung. Dabei die Verbindung von medizinischer Versorgung, psychosozialer Beratung, Prävention und Gesundheitsförderung wohnortnah und niedrigschwellig ausgestalten sowie auch dezentrale integrierte Ansätze fördern.

Ansprechperson für Presseanfragen:

Marion Amler, Pressesprecherin Gesundheit Berlin-Brandenburg e.V.

(presse@gesundheitbb.de)