Medienkompetenz bei Kindern und Jugendlichen: Wie können Kinder im digitalen Zeitalter gesund groß werden?
20. Mai 2026 Online-Impuls: Wissen.Vernetzen.Anwenden.
Gesundheitskompetenzen sind entscheidend für ein gesundes Aufwachsen von Kindern und Jugendlichen. Umso wichtiger ist es, diese gezielt zu stärken – strukturell, alltagsnah und lebensweltorientiert. Unser zweiter Online-Impuls in diesem Jahr im Themenbereich Gesundheitskompetenz legt dabei den Fokus auf die Förderung der Medienkompetenz bei Kindern und Jugendlichen.
Aktuelle Daten: Die gesundheitliche Lage von Kindern und Jugendlichen im Umgang mit Medien
Im ersten Impuls stellte Christin Kalupke vom Landesamt für Arbeitsschutz, Verbraucherschutz und Gesundheit (LAVG) zentrale Ergebnisse aus dem aktuellen Kinder- und Jugendgesundheitsbericht Brandenburgs vor. Die Daten zeigen, dass die Bildschirmzeiten von Kindern und Jugendlichen in Brandenburg kontinuierlich ansteigen.
Deutlich wird dabei ein sozialer Unterschied: Kinder aus Familien mit niedrigem Sozialstatus weisen eine höhere Nutzung von Bildschirmmedien auf als Gleichaltrige aus Familien mit einem höheren Sozialstatus. Zudem verbringen Jungen mehr Zeit mit Bildschirmmedien als Mädchen.
Alarmierend ist, dass 10 % der Kinder und Jugendlichen eine problematische Nutzung sozialer Medien berichten. Das bedeutet beispielsweise, dass Hobbys oder sportliche Aktivitäten zugunsten der Mediennutzung vernachlässigt werden. Gleichzeitig dienen Medien oft als emotionaler Rückzugsort, um vor den eigenen negativen Gefühlen zu fliehen.
Die Ergebnisse verdeutlichen, wie wichtig es ist, einen selbstbestimmten Umgang mit Medien frühzeitig zu fördern und dafür geeignete strukturelle Rahmenbedingungen zu schaffen.
Aus der Praxis: Medienkompetenz stärken
Im zweiten Impuls stellte Stephanie Stalter das Präventionsprogramm „ECHT DABEI – Gesund groß werden im digitalen Zeitalter“ (gefördert durch die BKK) vor. Das Programm richtet sich an pädagogische Fachkräfte, Eltern und Kinder.
Es setzt an zwei zentralen Punkten an:
- Förderung eines eigenverantwortlichen Umgangs mit Medien (Medienkompetenz)
- Vermeidung von übermäßiger oder unangemessener Mediennutzung (Medien(sucht)prävention).
Im Fokus stehen dabei folgenden Inhalte:
- Lernen mit allen Sinnen („analog vor digital“),
- Ein aktiver, durchschauender und kreativer Umgang mit Medien anstelle passiver Nutzung,
- Unterstützung von Eltern bei der Umsetzung klarer und gesundheitsförderlicher Medienregeln im Alltag,
- Stärkung der Zusammenarbeit zwischen Eltern und Bildungseinrichtungen.
Das Programm bietet pädagogischen Fachkräften Fortbildungen zur altersgerechten Medienerziehung und Medien(sucht)prävention sowie Unterstützung bei der Entwicklung und Abstimmung von Regeln zur einheitlichen Nutzung digitaler Medien in der Einrichtung. Ergänzend werden medienpädagogische Elternabende angeboten, die Eltern für einen sicheren, stressfreien und altersgerechten Medienumgang ihrer Kinder sensibilisieren und über Risiken aufklären.
Kinder im Alter von 5 bis 8 Jahren lernen, u.a. in einem interaktiven Theaterstück, bildschirmfreie Freizeitalternativen kennen.
In der anschließenden Diskussion wurden erste Schritte aufgezeigt, um das Thema Medienkompetenz in die Einrichtungen zu integrieren. So können Kitas beispielsweise im Anschluss an einen regulären Elternabend eine zusätzliche Stunde anbieten, in der Wissen zum Umgang mit Medien an die Eltern vermittelt wird, während die Kinder parallel vom Kitapersonal betreut werden.
Auch Landkreise, kreisfreie Städte, Ämter und Gemeinden können das Thema aktiv aufgreifen, indem sie z.B. Befragungen zum Medienverhalten in Kitas und Schulen durchführen und daraus unterstützende Maßnahmen für ihre Region und die Einrichtungen ableiten.
Sammlung weiterführender Links und Materialien:
Weiterführende Informationen, die von den Teilnehmenden am 20. Mai zum Thema Medienkompetenz empfohlen wurden, haben wir hier für Sie zusammengestellt.
- Praxisanleitungen für pädagogische Fachkräfte: www.analog-digidaktik.de
- Ideen für Unterrichtseinheiten (sortiert nach Altersgruppen): https://campus.digitale-helden.de/campus
- Präventionsprogramm DURCHBLICKT!: www.durch-blickt.de
- weiterführende Informationen des Projekts ECHT DABEI: www.echt-dabei.de/weiterfuehrende-infos
- Internet-ABC für Kinder, Eltern und Lehrkräfte: www.internet-abc.de/surfschein
- Informationsportal: www.klicksafe.de
- Medienachtsamkeits-Check: www.medienachtsamkeit.org/social-media-fuhrerschein
- AWMF-Leitlinie zur Prävention dysregulierten Bildschirmgebrauchs: https://medienleitlinie.de/
- Tipps und Hilfen zur problematischen Mediennutzung: www.mediensuchthilfe.info
- KMDD: Kinder- und Medienschutz Deutschland, Angebote für Jugendliche: www.kmdd.de/angebote
- feelok (BWLV) - Plattform für Jugendliche und pädagogische Fachkräfte: www.feelok.de
- Spiel-Punkt, Computerspiel-freie Zone mit analogen Spielen, AGs, Projekten für Schulen und weiteren Angeboten: https://www.spiel-punkt.de
- Medien-Resilienz für weiterführende Schulen: https://mediasmart.de/weiterfuehrende-schule/resilienz/
- SCHAU HIN!: www.schau-hin.info
- Ins Netz gehen: www.ins-netz-gehen.de
- Medienzeit – Elternblog rund um Schule, Smartphone und Medienerziehung: https://www.medienzeit-elternblog.de/schule-und-smartphone
- Smarter Start ab 14: https://www.smarterstartab14.de
- Mediennutzungsvertrag, Vorlagen für Familien und Schulklassen: www.mediennutzungsvertrag.de
- JUUUPORT, Online-Beratung für Jugendliche zu Cyber-Mobbing und anderen Online-Problemen: www.juuuport.de/hilfe/beratung
- Polizei: Präventionsworkshops und Vorträge für Schulklassen und Elternabende sowie lokale medienpräventive und medienerzieherische Angebote für weiterführende Schulen
Vorträge
Bei Interesse an den Vortragsfolien von Christin Kalupke und/oder Frau Stalter schreiben Sie uns gerne eine E-Mail an: kgc-brandenburg@gesundheitbb.de
Wir stellen Ihnen die Präsentationen gerne für Ihren internen Gebrauch zur Verfügung.