Rückblick: Bedeutung von Medienkompetenz für die Gesundheit junger Menschen

04. Dezember 2025 - Online-Impuls: Wissen. Vernetzen. Anwenden.

Digitale Medien sind aus dem Alltag von Kindern und Jugendlichen nicht mehr wegzudenken.Gleichzeitig zeigt der aktuelle Kinder- und Jugendgesundheitsbericht für Brandenburg, dass bereits im Vorschulalter viele Kinder die empfohlenen Medienzeiten überschreiten. Und bei Jugendlichen sieht es ähnlich aus: Die Nutzungsdauer ist sehr hoch, und die problematische Nutzung sozialer Medien nimmt zu.

In diesem Kontext wird deutlich: Medienkompetenz ist nicht nur Bildungsaufgabe, sondern eine zentrale gesundheitspräventive Maßnahme. Sie befähigt Kinder und Jugendliche, digitale Angebote reflektiert und sicher zu nutzen, Belastungen zu reduzieren und Medien aktiv als Ressource für Lernen, Kreativität und Teilhabe einzusetzen – besonders in ländlichen Regionen, wo niedrigschwellige Bildungsangebote eine wichtige Rolle spielen.

Vor diesem Hintergrund lud die KGC Brandenburg im Rahmen der Online-Reihe „Wissen. Vernetzen. Anwenden. – Impulse für die Gesundheitsförderung“ Akteur*innen aus dem Land Brandenburg ein, um die Förderung von Medienkompetenz im ländlichen Raum zu diskutieren.  

Fachlicher Impuls: Medienkompetenz in ländlichen Räumen - Kinder und Jugendliche stärken

Impulse zu diesem Thema lieferte Isgard Walla, Referentin für Medienbildung vom Landesfachverband Medienbildung Brandenburg e.V.

Sie zeigte auf, dass Medienkompetenz weit mehr umfasst als die technische Nutzung digitaler Geräte. Vielmehr geht es um das kritische Denken, die Fähigkeit zur Reflexion, den sicheren Umgang mit Risiken sowie um soziale und kommunikative Kompetenzen im digitalen Raum. All diese Fähigkeiten wirken unmittelbar auf die psychische Gesundheit ein: Medienkompetente Kinder und Jugendliche können digitale Angebote besser einordnen, sich vor problematischen Inhalten schützen und digitale Medien aktiv sowie kreativ nutzen. Fehlende Medienbildung hingegen begünstigt Risiken wie Cybermobbing, Überforderung, übermäßige Nutzung oder das Gefühl sozialer Ausgrenzung.

Herausforderungen und Chancen im ländlichen Raum

Besonders im ländlichen Raum spielen niedrigschwellige Bildungsangebote eine zentrale Rolle. Aktivitäten wie mobile Jugendmedienarbeit, digitale Beteiligungsformate oder Workshops in Kooperation mit Schulen und Jugendtreffs können dazu beitragen, den Zugang zu Medienbildung zu verbessern und junge Menschen dort abzuholen, wo sie leben. Medienkompetenz sollte daher als fester Bestandteil der Gesundheitsförderung verstanden und mitgedacht werden sowie als ein Baustein in kommunalen Gesundheitsstrategie gesehen werden.

Diskussion

In der anschließenden Diskussion hoben Teilnehmenden hervor, wie wichtig es sei, Medienkonsum kritisch zu beobachten und regelmäßig zu reflektieren. Es zählt dabei nicht allein die technische Handhabung, sondern auch die bewusste Auseinandersetzung mit Art, Umfang und Wirkung digitaler Angebote – sowohl mit Jugendlichen als auch im pädagogischen Kontext.

Nachhaltige Medienbildung kann nur gelingen, wenn Fachkräfte gezielt befähigt und unterstützt werden – denn erst durch ihre professionelle Begleitung können Kinder und Jugendliche die Kompetenzen entwickeln, die sie für einen bewussten, reflektierten und sicheren Umgang mit digitalen Medien brauchen. Zugleich ist Medienbildung ein wechselseitiger Lernprozess: Fachkräfte profitieren vom Austausch mit Kindern und Jugendlichen und von deren Medienerfahrungen. Insbesondere im Hinblick auf jüngere Kinder zeigt sich, dass Medienkompetenz ein Thema ist, das frühzeitig aufgegriffen und künftig noch stärker berücksichtigt werden muss.

Weiterführende Informationen:

Frau Walla und die Teilnehmenden zeigten einige Beispiele guter Praxis auf. Hier finden Sie eine Übersicht der genannten Projekte sowie weiterführende Informationen.

Vortrag

Bei Interesse an den Vortragsfolien von Isgard Walla schreiben Sie uns gerne eine E-Mail an: kgc-brandenburg@gesundheitbb.de