Unsere Sprechzeiten:

Verhaltensregeln für ein respektvolles und achtsames Miteinander

Wir wollen ein Umfeld schaffen, in dem möglichst viele Menschen sich respektiert, gesehen und sicher fühlen können. Uns ist bewusst: Es gibt keine machtfreien Räume. Unterschiedliche gesellschaftliche Positionierungen, Privilegien und Ausschlusserfahrungen prägen auch unsere Veranstaltungen. Deshalb ist es uns wichtig, Machtasymmetrien zu benennen, zu reflektieren und gemeinsam Handlungsspielräume zu erweitern.

Braver Space statt Safer Space

Wir versprechen keinen absolut sicheren Raum – das wäre nicht ehrlich. Aber wir gestalten einen „Braver Space“: einen Raum, in dem wir Mut zeigen, uns mit Diskriminierung und Ausschlüssen auseinanderzusetzen. Fehler können passieren – entscheidend ist, wie wir damit umgehen.

Freundlichkeit gegenüber Fehlbarkeiten (Urmila Goel)

Kritik wird geübt, ohne Menschen bloßzustellen. Fehler bieten Lernchancen – mit Respekt, Klarheit und Verantwortungsübernahme. Wir benennen problematische Äußerungen/Handlungen sofort, bieten Betroffenen parteiliche Unterstützung und schaffen einen Rahmen, in dem alle Verantwortung übernehmen und daraus lernen können. Kritik richtet sich ausschließlich an das Verhalten, nicht an Personen – so minimieren wir Verletzungen, stärken Handlungsfähigkeit und bauen Reproduktionen von Machtungleichheiten ab.

Definitionsmacht bei Betroffenen

Nur die betroffene Person entscheidet, ob eine Situation übergriffig war und wie sie unterstützt werden möchte.

Solidarität und Sichtbarkeit

Wir stehen an der Seite von Betroffenen. Wir machen Diskriminierung sichtbar, anstatt sie zu individualisieren oder zu verschweigen.

Verbindlichkeit

Respektvolles und kollegiales Verhalten ist keine Option, sondern Bedingung für die Teilnahme an unseren Veranstaltungen.

Verhaltenskodex (Code of Conduct)

  1.  Respekt – Alle Menschen werden mit Wertschätzung behandelt.
  2. Verantwortungsübernahme bei Diskriminierung – Kein Platz für rassistische, sexistische, ableistische, queerfeindliche, altersdiskriminierende, antisemitische, transfeindliche, klassistische oder andere diskriminierende Äußerungen oder Handlungen. Jegliche Handlungen oder Äußerungen werden adressiert und besprechbar gemacht.
  3. Achtsamkeit – Eigene Privilegien reflektieren, Sprache und Verhalten prüfen.
  4. Grenzen respektieren – Körperliche Nähe, Fragen oder Themen nur einvernehmlich.
  5. Recht am eigenen Bild - Grenzüberschreitend kann es auch sein, wenn ungefragt Fotos oder Videos von Personen aufgenommen und ggf. sogar später in den Sozialen Medien veröffentlicht werden. Deshalb im Falle der Weiterverbreitung immer erst das Einverständnis der betreffenden Person einholen.
  6. Solidarische Kritik – Kritik wird in einem kollegialen und solidarischen Sinne geäußert. Diese sollte sich immer an veränderbare Aspekte richten.
  7. Freundlichkeit gegenüber Fehlbarkeiten – Wenn jemand diskriminierende Sprache oder Handlung benennt, ist das eine Einladung zum Lernen, nicht zur Verteidigung.
  8. Vertraulichkeit – Gespräche mit dem Awareness-Team werden vertraulich behandelt.
  9. Verantwortung bei Machtpositionen – Referierende, Moderation, Leitungen tragen besondere Verantwortung, um diskriminierungssensible Rahmenbedingungen zu schaffen.

Umgang mit Verstößen

Die Veranstalter*innen (und ggf. das Awareness-Team) behalten sich vor, Konsequenzen auszusprechen, wenn gegen den Kodex verstoßen wird. Dabei gilt: Ziel ist nicht Bestrafung, sondern Schutz der Betroffenen und ein gemeinsames Lernen.

Mögliche Schritte (je nach Situation):

  1. Gespräch mit der betroffenen Person: Was wird gebraucht?
  2. Hinweis / Erinnerung an die betreffende Person: Verhalten reflektieren, anpassen.
  3. Verbindliche Verwarnung: Klarstellen, dass eine Wiederholung nicht akzeptiert wird.
  4. Ausschluss von einzelnen Programmpunkten oder Workshops (z. B. wenn eine Person die Teilnahme anderer beeinträchtigt).
  5. Kompletter Ausschluss von der Veranstaltung – wenn diskriminierendes, grenzverletzendes oder gewaltvolles Verhalten fortgesetzt wird.

Beispiele für Verhalten, das Konsequenzen nach sich ziehen kann:

  • Diskriminierende „Witze“ oder Kommentare
  • Abwertungen oder Infragestellungen von Erfahrungswissen (z. B. gegenüber Betroffenen)
  • Unerwünschte körperliche Nähe oder Berührung
  • Lautes oder aggressives Verhalten, das andere einschüchtert